GDL kündigt Offensive zur Werbung neuer Mitglieder an

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer kündigt Warnstreiks an. Von Arbeitskampfmaßnahmen wird dabei auch die seit Jahren nur noch in reduziertem Umfang verkehrende Berliner S-Bahn nicht ausgenommen. Aus Kreisen der GDL verlautete, man könne nicht anders handeln, schließlich diene die gesamte Tarifauseinandersetzung der Profilierung der Gewerkschaft: Nachdem sich deren Konkurrenz bereits mit den Arbeitgebern geeinigt habe, müsse die kleine GDL nun zeigen, wieviel entschiedener sie auftrete und wieviel mehr sie für die Beschäftigten herausholen könne. So sollten bisherige Mitglieder bei der Stange gehalten und zugleich neue geworben werden. In den letzten Jahren habe dies bereits gut funktioniert, nach dem gescheiterten GDL-Streik im Münchner, Nürnberger und Augsburger Nahverkehr sei es aber besonders notwendig. Ein so prestigeträchtiges Unternehmen wie die Berliner S-Bahn GmbH müsse dabei unbedingt einbezogen werden, denn ein möglichst hoher Anteil von GDL-Mitgliedern bei der Berliner S-Bahn würde es ermöglichen, bei künftigen Arbeitskämpfen die hauptstädtische Schnellbahn werbewirksam lahmzulegen (wenn diese denn eines fernen Tages mal wieder in vollem Umfang funktioniert). Zudem habe die GDL bereits zur Zeit des mehrwöchigen BVG-Streiks im Frühjahr 2008 gezeigt, daß ihr die Interessen und Bedürfnisse der Bahnopfer (vulgo: Fahrgäste) sonstwo vorbeigehen und sie Solidarität nur dahingehend versteht, daß diese mit ihr und ihrer Klientel solidarisch zu sein haben.

Pardon, dies war der falsche Text. Es muß natürlich heißen:

Zur Durchsetzung ihrer berechtigten Forderungen kündigt die GDL Warnstreiks an. Von den Arbeitskampfmaßnahmen kann, trotz der bereits bestehenden Einschränkungen, auch die Berliner S-Bahn leider nicht ausgenommen werden. Die dortigen Behinderungen des (noch verbliebenen) Verkehrs sollen sich jedoch in Grenzen halten. Der von der Konkurrenzgewerkschaft mit den Arbeitgebern ausgehandelte Vertrag ist für die GDL unannehmbar. Überhaupt nichts zu tun hat dies mit dem Versuch einer kleinen Gewerkschaft, sich gegen die weitaus größere Konkurrenz mal wieder zu profilieren, um dieser weiter Mitglieder abzuwerben. Die GDL dankt allen Fahrgästen und Fahrgästinnenen für deren Verständnis.

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