Wowereits Politik – Gute Politik

Der Bund soll dem Land Berlin angeboten haben, den defizitären Flughafen Tempelhof zu übernehmen und auf eigene Kosten weiterzubetreiben. Klaus Wowereit hat dies entschieden abgelehnt. Denn immerhin eine klare Zielvorstellung für sein Herumregieren gestern, heute und mindestens noch bis 2011 scheint der Bürgermeister zu haben: Der traditionsreiche Innenstadtairport soll auf Biegen und Brechen im kommenden Herbst geschlossen werden. Sicher nicht allein deshalb (nein, nein) rechtfertigte Wowereit seine Ablehnung der verlockenden Offerte damit, diese sei ja nicht ernst gemeint gewesen. Sie hätte nur Friedbert Pflüger, dem CDU-Oppositionsführer im Berliner Abgeordnetenhaus, politische Munition liefern sollen. Dessen Parteifreunde auf Bundesebene hätten gewußt, daß er, Wowereit, das Angebot nur ablehnen könne.

Mag sein. Aber ein guter Politiker hätte erkannt, daß sich ihm damit gleich eine zweifache Chance geboten hat. Ein guter Politiker hätte den Spieß umgedreht und ein nicht ernst gemeintes Angebot, dessen Ablehnung erwartet wird, und mit dem er, der gute Politiker, in die Bredouille gebracht werden soll, angenommen. Schon um die Gegenseite ins Schwitzen zu bringen. Doch natürlich hatte die in diesem Falle lächerlich leichtes Spiel. Sie wußte ja, daß sie derlei nur von einem guten Politiker hätte befürchten müssen. Und sie hatte es mit Klaus Wowereit zu tun.

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