Mitleid mit dem Kriminaldirektor

Meine Güte, jetzt muß sich der zuständige Kriminaldirektor dafür rechtfertigen, daß uns (und insbesondere den Medien) das Wochenende versüßt wurde durch die ? wie sich nun herausstellt, voreilige ? Meldung vom verhinderten Pennäler-Amoklauf zu Köln.

Was soll der arme Mann sagen, etwa in den ?Tagesthemen?? Soll er sagen: Ja, natürlich haben wir Mist gebaut. Aber wir wollten eben auch mal eine schöne Pressekonferenz veranstalten, uns in allen Gazetten und Sendern sehen, nicht nur mit der Aufklärung eines fiesen Verbrechens brüsten, sondern ? noch viel besser ? auch mit dessen Verhinderung. Ist natürlich dumm, daß sich der eine unserer beiden Delinquenten vor die Bahn geworfen hat. Aber stellen Sie sich mal vor, der hätte sich stattdessen tot gesoffen. Was das für eine Katastrophe gewesen wäre! Dann hätte man am Ende mal darüber diskutiert, weshalb sich mittlerweile angeblich die halbe Jugend (mindestens die halbe!) jedes Wochenende zudröhnt. Und seien wir doch mal ehrlich: Sie bei der ARD haben sich, wie Ihre Kollegen bei den anderen Medien, doch auch sehr gefreut, daß Sie so eine schöne Meldung hatten, mit der Sie mal wieder ordentlich Panik verbreiten und besorgt dreinblicken konnten. Und das auch noch am Wochenende, wo normalerweise wenig los ist. Ist doch viel besser, als wieder irgend so?n dämliches Politikerinterview zu begackern. Also was soll?s? Shit happens. Nächsten Monat denkt sowieso niemand mehr dran.

Nein, so etwas zu sagen, das wäre wirklich ganz falsch.

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