Basti beherrscht Berlin

Die Abgeordnetenhauswahl am vorletzten Sonntag hat eine ? von vielen als überflüssig erachtete ? Partei in das Berliner Landesparlament gespült, die durch absurde, teils radikale Forderungen, unseriöses Personal, ideologische Verbohrtheit und rücksichtslose Politik gegen einzelne Bevölkerungsgruppen aufgefallen ist. Doch gewählt ist gewählt, und nun wird man in der Hauptstadt in den kommenden fünf Jahren mit einer FDP-Fraktion leben müssen.

Zu den Schlagern im Spaßwahlkampf dieser Partei gehörte die Forderung nach einer dauerhaften Offenhaltung des Flughafens Tegel auch über die irgendwann einmal womöglich wirklich erfolgende Eröffnung des Großflughafens BER hinaus.

Der FDP-Spitzenkandidat, Landes- und nun auch Fraktionsvorsitzende Sebastian Czaja erklärte dazu letzten Montag im RBB, die 6,69 Prozent für seine Partei wären ?ein klares Votum? für die Ziele der FDP, insbesondere für deren Tegel-Pläne: ?Alle anderen Parteien, die im Berliner Parlament vertreten sind, müssen sich jetzt mit dieser Frage beschäftigen.?

Und, so möchte man anmerken, nicht nur dies: Sie müssen eigentlich auch dem folgen, was 6,69 Prozent der Wähler bzw. 4,40 Prozent der Wahlberechtigten votieren. Denn mit dieser überwältigenden Mehrheit ist Basti Berlin-Herrscher. Zumindest in seiner Welt.

P.S.: Sebastian Czaja hat inzwischen angekündigt, ?alles? für einen Weiterbetrieb des Flughafens tun zu wollen. Wir müssen uns also auf von der FDP organisierte Sitzblockaden, Hungerstreiks, Straßenschlachten, Suizidanschläge einstellen. Und: Mit welchem einen einzigen (vornehmlich irrelevanten) Thema (zu dem sie eine unrealistische Lösung anbietet) wird diese Spaßpartei wohl in den nächsten Wahlkampf ziehen?

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