Zum Start der dunklen Jahreszeit

Eine völlig absurde, da komplett unrealistische Darstellung.
Unbedingt zu beachten: Dem Radfahrer, der etwas auf sich hält, dient der Scheinwerfer nur als Dekoration (so überhaupt vorhanden).

Die Tage werden bereits seit Monaten wieder kürzer, schon bald ist es wieder länger dunkel als hell. In der hippen Hauptstadt, wo ein Volksbegehren läuft, demzufolge die Verkehrspolitik fortan um das Fahrrad kreisen sollte, richtet man sich darauf ein: Fußgänger müssen nun noch genauer darauf achten, auf den Gehwegen nicht den Radfahrern im Weg zu stehen, denn Fahrradlampen sind vermutlich total uncool, mega schwul und voll Neunziger. Irgendwie.

Von einem guten Dutzend Bikern, aus deren Weg ich an einem frühen, aber schon stockdunklen Abend im schicken Kreuzberg gerade noch so springen konnte, hatten jedenfalls nur zwei (sehr schwächliche) Frontscheinwerfer (LEDs sind so teuer und erzeugen ein so schwaches Licht), drei winzige Rücklichter, und die restlichen waren gänzlich unbeleuchtet. Was natürlich nicht insofern schlimm war, als sie sich gegenüber den Fußgängern auf dem Gehweg durch wütendes Klingeln zu erkennen gaben und teils durch noch lauteres Schimpfen.

Und was die gute Sichtbarkeit angeht, die besitzen ja dann die weißen Fahrräder, welche die Radfahrerlobby aufstellt im mahnenden Gedenken an all jene Mitglieder ihrer Gemeinde, die von Autolenkern totgefahren wurden. Denn Pkw- und Lkw-Benutzer sind teuflisch, boshaft, niederträchtig ? und vor allem sowas von rücksichtslos!

Die anmutige Abbildung wurde dem werthaltigen Werk ?Das Sommerhasserbuch? entnommen, erschienen im Berliner Verlag Matthias Herrndorff und dort wie im bundesdeutschen Buchhandel erhältlich für 8,90 Euro (104 Seiten, ISBN 978-3-940386-20-5).

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