Wir sind schon wieder soweit

Daß der Sommer sich dem Ende zuneigt, kann der Endverbraucher untrüglich daran erkennen, daß das Weihnachtsgebäck in den Supermärkten auftaucht. Der Berliner merkt noch an einem anderen Ereignis, daß es Ende August oder Anfang September sein muß: Die nächste Tariferhöhung im öffentlichen Personennahverkehr wird angekündigt.

Früher war das eine ganz unschöne Sache: Das Abgeordnetenhaus beschloß die neuen BVG-Tarife, Politiker mußten also Verantwortung dafür übernehmen.

Heute muß derlei unseren geplagten Volksvertretern und -verwaltern zum Glück nicht mehr zugemutet werden: Anhand eines Preisindexes wird errechnet, um wieviel die Fahrscheine für Busse und Bahnen diesmal teurer werden dürfen. Pardon: müssen. Leider, leider. Denn bei diesem Vorgang handelt es sich um eine Art Naturgesetz.

Dieser Preisindex ist ein Paradebeispiel für die Leistungsfähigkeit der Kreativhauptstadt Berlin: Bei seiner Kreation wurde derlei viel Kreativität aufgewandt, daß die Energiepreise so stark fallen können wie sie wollen, die allgemeine Preissteigerungsrate jahrelang nahe der Nullinie verharren kann ? es kommt immer dabei heraus, daß die Preise bedauerlicherweise angehoben werden müssen.

Da kann man leider nichts machen. Haben nicht Politiker entschieden, sondern ist höhere Gewalt. Oder, wie es im Englischen so sehr viel schöner heißt: An act of God.

Kommentieren