Wir bitten, von Rumpelkammerbesuchen abzusehen

Vielleicht war es einfach so, daß eine gewisse Dame neulich in eine Rumpelkammer geraten und dort über lauter alte Aufkleber gestolpert ist. Die hat sie gesehen und sich gedacht: Auch nach zwanzig Jahren noch brauchbar, und zwar in jeder Hinsicht, wozu das Zeug also verkommen lassen oder gar wegwerfen, hat ja genug gekostet.

Und deshalb gibt es nun wieder eine ?Por?No!?-?Kampagne? (oder so ähnlich). Und das Erregungsfeuilleton hat wieder einmal etwas, mit dem es die ihm noch verbliebenen Seiten und Sendungen füllen kann.

Der Freund von Schweinkram jeder Art (nein, die Aufnahmen sind nicht ästhetisch) wird all dies nicht beachten, obwohl es ihn freuen sollte: Denn geht man davon aus, wie unglaublich erfolgreich der erste Aufguß des Gegackers war und wie sich die Dinge seither entwickelt haben, ist damit zu rechnen, daß Hardcore-Pornos bald im Nachmittagsprogramm des frei empfangbaren Fernsehens laufen, die Tagesschau von barbusigen Blondinen verlesen wird, die Aus- und eben nicht nur Vorführung sexueller Praktiken zu jeder ordentlichen Schauspielerausbildung zählt und Einkaufszentren uns mit Meisterschaften im Mannschaftsmasturbieren unterhalten.

Konsequenterweise wirbt bewußte Dame, die nun auf ihre alten Tage kalten Kaffee noch einmal aufzuwärmen versucht, zugleich für ein bekanntes Boulevardblatt, welches sich seit langem darin gefällt, täglich nahezu nackte Frauen auf der Titelseite abzubilden. Und ihre Freundinnen in gewissen Redaktionen verkaufen dies als Triumph des Feminismus. Nein, natürlich nicht die Ferkelphotos, sondern daß die Oberfeministin empfiehlt, das Ferkelphotoblatt zu kaufen. Was sie doch vermutlich nicht umsonst tut.

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