Selbstverschuldete Unmündigkeit (2)

Höchste Aufregung, mutmaßlich gar Suizidalarm in manch Kinderzimmer, soll unter den Anhängern einer bekannten Bubiband herrschen, seit (mal wieder) das Gerücht die Runde macht, deren Front-, äh, Person solle, könne, müßte schwul sein. Schlimmer noch: Habe sich dazu bekannt.

Der Schauspieler Rupert Everett hat vor Jahren, noch bevor er auf die Rolle als schwuler bester Freund der jeweiligen weiblichen Hauptfigur abonniert wurde, in einem Interview geäußert: Für seine Karriere sei es nicht so schlimm, daß seine Homosexualität publik wurde. Denn die meisten seiner Fans seien erwachsen. Schlimm wäre es ? unter Karrieregesichtspunkten ?, wäre beispielsweise Brad Pitt schwul. Denn Teenies würden sagen: ?Der ist schwul? Heißt das, der würde nicht mit mir schlafen?? Wären die Frauen älter, hätten sie begriffen, daß ihr Star sowieso nicht mit ihnen schlafen würde, einerlei welches Geschlecht er bevorzugt.

Wie gesagt: Das war vor Jahren. Ein bißchen dumm glaubt man ja immer noch an Dinge wie Weiterentwicklung und Lernfähigkeit. Und muß sich deshalb ernsthaft fragen: Wie unerwartet, nein: unfaßbar doof sind Vierzehnjährige in Mitteleuropa offenkundig auch heute noch? Und zwar nicht nur ein bißchen.

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