Zukunftsweisende Reformen

Vorbildlicher Urheberrechtsschutz
Alternativ könnte man dem Mann aber auch sechs Wochen lang seinen Tretroller wegnehmen.

Aus der Schmiede unserer kommenden Bundesregierung wurde die Absicht verkündet, künftig alle möglichen Delikte auch durch Führerscheinentzug zu bestrafen. Treffen solle dies insbesondere solche Delinquenten, die eine Geldstrafe nicht oder nicht ausreichend träfe.

Böse Zungen behaupten, das klinge in seiner Gouvernantenhaftigkeit, als wären an der nächsten Bundesregierung doch die Grünen beteiligt. Überhaupt rieche die ganze Idee sehr nach Rot-Grün, wie wir es seit der Agenda 2010 kennen, denn die Sorge um eine ausreichende Bestrafung gelte natürlich nicht Zeitgenossen, die so reich sind, daß ihnen eine noch so hohe Geldbuße sonstwo vorbeigeht, sondern Menschen, die so arm sind, daß man sie gar nicht weiter auspressen kann (also: nicht noch weiter als es das ?Jobcenter? bereits erledigt hat). Und abgesehen von deren Disziplinierung diene die Maßnahme auch dazu, Autofahren endlich wieder zu einer Sache zu machen, die Begüterten vorbehalten ist.

Solch böse Zungen verkennen, daß die Idee ?Führerscheinentzug als Universalstrafe? von ihrem intellektuellen Niveau her (von dem rechtstechnischen gar nicht zu reden) ein echtes Projekt der drohenden, pardon: dräuenden Großen Koalition ist. Und unbedingt ausgebaut werden sollte: Rauchen auf dem Balkon? Fünf Wochen Fahrverbot! Verwenden schmutziger Wörter? Acht Wochen! Ungetrennt gemüllt? Noch einmal die StVO auswendig lernen! Nicht das Gemüse aufgegessen (womöglich noch am Eintopfdonnerstag)? Vier autolose Wochenenden! Beim Schwarzfahren erwischt worden? Hundertmal schreiben: ?Das ist ganz schlimmer Betrug.? Bei der Auswahl des abendlichen Fernsehprogramms die Frauenquote mißachtet? Der Drahtesel wird weggeschlossen! Und es geht ohne Nachtisch ins Bett!

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