Blüten am Wegesrand (14)

… es begab sich aber eines Tages, da ließ sich der Verkehrsbetrieb von findigen Designfuzzis einreden, seine Informationstafeln auf den Bahnhöfen wären so, wie sie jetzt seien, und so, wie seit langem waren, nicht länger brauch- und hinnehmbar.

Woher zum Beispiel sollten all die Menschen, die auf solch einer Informationstafel Informationen suchen, erfahren, wie die Station, auf der sie gerade stehen, heißt, wenn es nicht ganz oben auf der Informationstafel stünde?

Und wieviele weitere nützliche Hinweise, Karten, Übersichten und manch anderes müßten ganz dringend auf diesen Informationstafeln untergebracht werden!

Wie hieß nochmal der Bahnhof?

Das sah der Verkehrsbetrieb wohl ein, schämte sich gar sehr und gab viele güldene Taler aus. Nicht nur für die Designfuzzis, welche ihm dies alles eingeredet hatten, sondern auch für die neuen Informationstafeln, welche die Designfuzzis gestalten wollten.

Mancherorts ragten die neuen Tafeln, auf denen so viele neue Informationen unterzubringen waren, über die Flächen hinaus, die für solche Tafeln vorgesehen waren, was recht dumm ausschaute. Doch den Verkehrsbetrieb bekümmerte dies nicht, denn er dachte immer nur daran, was ihm die Designfuzzis erzählt hatten. Für viele güldene Taler.

Think big!

Und bigger!

Was soviel kostet, sagte sich der Verkehrsbetrieb, kann nur Glück bringen ? auch mir und meinen Kunden. Und so wurden alle froh und nirgends stellte der Verkehrsbetrieb bald fest, daß der große breite Balken, auf dem ganz oben auf den Informationstafeln der Name der Station steht, schnell schmuddelig wird oder beschmiert, man ihn jedenfalls dauernd erneuern muß, was dauernd weitere güldene Taler kostet. Nirgends ließ der Verkehrsbetrieb deshalb zunächst nur die Flächen neu tünchen, die sowieso weiß waren, wodurch der Bereich mit dem Stationsnamen noch schmuddeliger erschienen wäre.

Auf das Wesentlichste konzentriert

Nirgends ließ der Verkehrsbetrieb dann einfach den Stationsnamen überpinseln, weil auf so einem Bahnhof ja schon häufig genug zu lesen ist, wie er heißt. Nirgends wußte der Verkehrsbetrieb schon bald die schönen großen neuen Informationstafeln gar nicht mehr vollständig mit Informationen zu bestücken.

Eine rein weiße Gestaltung def Kopffläche veredelt das Ambiente

Und erst recht brachte der Verkehrsbetrieb nirgends statt Informationen auf den schönen großen neuen Tafeln irgendwelche albernen Bildchen an, damit nicht auffällt, daß es auf den Tafeln fast gar keine Informationen mehr gibt.

Voller wertvoller Informationen

So reiben sich denn auch nicht die Designfuzzis die Hände, wieviele güldene Taler sie dem Verkehrsbetrieb, den arge Schulden drücken, aus der Tasche gezogen haben für völlig unnütze Neuanschaffungen, die bald wieder durch neue ersetzt wurden, beispielsweise Informationsvitrinen.

Öfter mal was Neues

Und natürlich freuen sich die Designfuzzis nicht schon darauf, daß sie dem Verkehrsbetrieb mal wieder irgendwelchen Klimbim andrehen können. Oder irgendeinem anderen Dummen.

Denn andernfalls wäre dies ja wirklich ein besonders dämliches Märchen.

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