Schockierende Zahlen, dringende Maßnahmen

Jugendschutz aktuell

Gestern kamen die Verkehrsminister der Länder zu einer ihrer regelmäßigen Konferenzen zusammen. Dem Vernehmen nach wurde dabei auch eines der drängendsten Probleme beraten, welches die deutschen Verkehrsteilnehmer geißelt und umtreibt: Die verheerende Wirkung alkoholisierter Radfahrer (auch und gerade auf andere Menschen) und die daher unausweichliche Senkung der Promillegrenze für nichtmotorisierte Zweiradbenutzer.

Sicher klagen Tausende Tote an. Besser noch Millionen.

Zumindest ließ Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier Zahlen verlauten, die alarmierend sind und dringenden Handlungsbedarf belegen: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit alkoholisierten Radfahrern habe sich allein im vergangenen Jahr von besorgniserregenden 98 auf schockierende 103 Stück erhöht. Nicht weniger als 575 Strafanzeigen seien erstattet worden gegen zum Teil stark alkoholisierte Radfahrer, die nicht an einem Unfall beteiligt waren. Aber, so wäre wohl hinzuzufügen, irgendwie den Unmut der Denunzi-, pardon: wachsamen MitBürgerInnen erregt hatten.

Sicher geht es hier nicht darum, daß es irgendwie blöd käme, wenn man einfach sagen würde: Wir möchten den Alkoholkonsum unter Strafe stellen (nachdem wir mit den Rauchern ja fast fertig sind). Sicher verbietet man nicht deshalb zunächst einmal, beschwipst Rad zu fahren. Sicher folgt anschließend nicht ein Verbot, betrunken Taxen und (andere) öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Und zwei-, dreihundert Berichte über die erschröcklichen Folgen übermäßigen, regelmäßigen, nein: jeglichen Alkoholkonsums und einige der üblichen Studien und Erkenntnisse amerikanischer Wissenschaftler später wird dann ganz bestimmt nicht verboten, in angetrunkenem Zustand die Straße zu betreten.

Zweifellos geschieht dies alles nur zum Schutz. Und für die Sicherheit. Und den Sicherheitsschutz.

Niemand hat die Absicht, ein Alkoholverbot zu errichten!

(Zudem gibt es absolut gar kein anderes Problem mit Radfahrern, welches man beraten könnte.)

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