Wunder des Alltags (16): Trimm dich auf dem Hochbahnhof Hallesches Tor

Trimm dich auf dem U-Bf Hallesches Tor
Nun aber schnell! Denn wer zu träg ist, den bestraft die BVG. Vom meistfrequentierten Zugang zu diesem Bahnsteig ist nur am rechten Bildrand ein Schutzgeländer zu sehen.

Die BVG ist gut zu uns. Auch wenn man es gar nicht erwartet. Man denke nur an die legendäre Aufklärung darüber, daß die vielen ? oft wochen- und monatelang ? kaputten Rolltreppen gar nichts mit Schlamperei, Gleichgültigkeit oder Sparbemühungen zu tun haben, sondern der Volksgesundheit dienen sollen: Treppensteigen verringert das Risiko von Thrombosen.

Auch ein kleiner Spurt kann den Kreislauf mal kräftig auf Touren bringen und die Arterien womöglich freispülen. Gelegenheit dazu gibt es im Fünf- bis Zehn-Minuten-Takt auf dem Hochbahnhof Hallesches Tor, und das Angebot wird von den Fahrgästen dankbar angenommen, wie man ebenfalls alle fünf bis zehn Minuten sehen kann.

Seit die Zugabfertiger modern und kostensparend durch Spiegel oder durch Kameras und Bildschirme für die Selbstabfertigung des Zugfahrers ersetzt wurden, stoppen auf dem Hochbahnhof Hallesches Tor alle Züge Richtung Westen erst am westlichen Ende des Bahnsteigs. Da auf der U 1 fast nur noch Sechs-, aber so gut wie gar nicht mehr Acht-Wagen-Züge eingesetzt werden, tut sich eine große Lücke auf zwischen dem östlichen Ende des haltenden Zuges und dem östlichen Ende des Bahnsteigs.

Ebendort befindet sich aber der meistfrequentierte Zugang zu diesem ? eine Rolltreppe. Weshalb es für die Fahrgäste, die diese ? ihrem Hang zur Bequemlichkeit nachgebend ? genutzt haben, einen willkommenen Ausgleich darstellt, wenn sie im Anschluß daran dreißig Meter spurten müssen, um die letzte Tür des haltenden Zuges zu erreichen.

Immerhin ein kleiner Trab ist für all jene drin, die sich bei der Einfahrt der U-Bahn bereits auf dem Perron befanden und sich ? in Unkenntnis der örtlichen Verhältnisse ? der irrigen Annahme hingaben, die Garnitur werde so halten, daß sich die meisten ihrer Wagen in der Bahnsteighalle befinden.

Auch hier wurde jedoch die Fürsorglichkeit der BVG unterschätzt: Jedem Wind und Wetter praktisch schutzlos ausgesetzt zu sein, härtet ab!

Danke, BVG.

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