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Jüngst gab es im Bereich der Berliner S-Bahn mal wieder gewalttätige Übergriffe. Innensenator Henkel (CDU) und Stadtentwicklungssenator Müller (SPD), der auch für den Verkehr zuständig ist (wovon in seiner bisherigen Amtszeit sehr viel zu merken war), haben sogleich etwas getan: Sie haben die Deutsche Bahn aufgefordert, endlich so flächendeckend Überwachungskameras zu installieren, wie es bei der BVG bereits geschehen ist.

Der eine Herr Senator sieht die Bahn diesbezüglich ?in der Pflicht?, der andere verlangt einen ?überfälligen Schritt?.

Verständlicherweise, denn bekanntlich ist man in Berlins Bussen, U- und Straßenbahnen ? die von der BVG betrieben werden ? absolut sicher, Gewalt hat es dort schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gegeben.

Zeichnen sich doch insbesondere Gewalttäter, insbesondere jugendliche, insbesondere männliche, insbesondere hormonstrotzende (und womöglich auch noch mit manch Mittelchen abgefüllte) dadurch aus, daß sie ihr Tun genau überlegen und dessen Folgen sorgfältig abwägen. Weshalb sie sich immer und immer wieder von Missetaten abschrecken lassen. Durch die drohenden Strafen. Und die Kameras.

Und den Herren Senatoren geht es natürlich nicht darum, daß man bei dieser Angelegenheit so richtig populistisch rumpöbeln und lautstark Handeln vortäuschen kann und sich glücklicherweise nicht um die Finanzierung seiner Forderungen kümmern muß ? denn für das von der S-Bahn verlangte ?umfassende Sicherheitskonzept? und die vielen Kameras ist ja die Bahn AG zuständig, letztendlich der Bund, und Bahn oder Bund müssen es auch bezahlen.

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