Wunder des Alltags (5)

Hamburg leuchtet. Und weist mit seinem Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Personennahverkehr den Weg in eine saubere, gesunde Zukunft.

Denn glücklicherweise ist es ja nicht so, daß es für Politiker in Zeiten, wo sie über leere Kassen herrschen und von den Besitzern voller Kassen beherrscht werden, immer noch wenigstens eine Möglichkeit gibt, um Handeln vorzutäuschen und sich wichtig zu fühlen: Verbote zu erlassen. Und Verbotsschilder aufzustellen.

Während mancherorts noch debattiert wird, ist man im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, der in den vergangenen fünf Jahren von einer schwarz-grünen Mehrheit beherrscht wurde, längst tätig geworden:

verbote-in-steglitz-zehlendorf_web

Auf den dortigen Spielplätzen ist alles Mögliche verboten. Offenkundig auch das Tragen eines Helms. Wirklich überraschend ? daß es angesichts dessen noch keine Klage von Kindern (bzw. deren Eltern) gegeben hat, die unter Bewegungsstörungen leiden (politisch korrekt natürlich: sich über besondere Bewegungsmuster freuen dürfen) und deshalb ständig einen Kopfschutz tragen sollten.

In Tempelhof-Schöneberg ist alles etwas komplizierter. So könnte auch dieser Spielplatz in der Motzstraße Auslöser für eine Anti-Diskriminierungs-Klage sein, in diesem Falle von Kindern über zwölf Jahren (zum Beispiel von siebzehnjährigen Kindern, die nach Meinung der Obrigkeit zu unmündig sind, um Lotto zu spielen oder zu rauchen, aber mündig genug, um Auto zu fahren oder an Wahlen teilzunehmen):

diskriminierung-von-kindern-ab-12-jahren_web

Bei Grünanlagen dieses Bezirks ist die Verbotsliste mittlerweile so lang, daß ? bei der zu erwartenden weiteren Entwicklung ? bald neue Ständer aufgestellt werden müssen (man denke nur an das für das Weiterbestehen der Menschheit unerläßliche Rauch-, Alkohol-, Kaffee-, Cola-, Süßwaren-, Pommes frites- und Plastiktütenverbot, jeweils selbstverständlich strikt, absolut und total):

verbote-in-tempelhof-schoneberg_web

Zudem scheinen gewisse Mitbürger nicht gesondert auf den Leinenzwang für Hunde, das Verbot des Fußballspielens oder Radfahrens hingewiesen werden zu müssen. Und rätselhaft bleibt die lapidare Aussage ?Kein Müll?: Heißt das, daß man in dieser Grünanlage ? für Berlin-Kenner überraschend ? keinen Müll findet? Auch nicht, wenn man intensiv danach sucht?

Angesichts solcher Schwierigkeiten auf dem Wege zur ultimativen Verbesserung der Welt und Beglückung der Menschheit möchte ich ? auch und gerade im öffentlichen Personenverkehr ? die Einführung eines Schildes vorschlagen, welches ganz im Sinne des kommenden, allem Theaterdonner zum Trotz mutmaßlich rot-grünen Senats sein dürfte:

verboten-gerahmt

Kommentieren