Archiv für Oktober 2016

Sonntag, 30. Oktober 2016

Demnachst in diesem Blog

Wieder ein Stück weniger vom Kuchen

Sonntag, 30. Oktober 2016

Seit kurzem wird verstärkt über den Denkmalwert der Berliner U-Bahn-Stationen der sechziger bis achtziger Jahre diskutiert. Denn es sind schon zahlreiche dieser Bahnhöfe bei Sanierungen vollständig neugestaltet worden. Seitens der BVG erklärte man sich dieser Debatte gegenüber aufgeschlossen. Vor wenigen Tagen begann die Zerstörung des Anfang 1971 eröffneten, bislang weitgehend original erhaltenen U-Bahnhofs Yorckstraße.

Wandgestaltung 1971-2016

Der Zug ist abgefahren.

Nur böse Zungen behaupten, die BVG verhalte sich wie jemand, der stets beteuert, zu Verhandlungen über jenen Kuchen bereit zu sein, den er währenddessen verspeist. (Noch bösere sagen ja, es gäbe sogar ganze Länder, die sich so verhielten.)

Jetzt wird gleich gestellt *

Samstag, 29. Oktober 2016

Viel ist noch nicht nach außen gedrungen aus den Koalitionsverhandlungen von SPD, Linken und Grünen über die Bildung des nächsten Berliner Senats ? vor allem waren es Ideen, wie man Geld ausgeben könnte.

Am vergangenen Wochenende jedoch konnte die Einigung auf einen weiteren wichtigen Punkt verkündet werden: In landeseigenen Betrieben sollen Ausbildungsplätze in technischen Berufen in Zukunft bevorzugt an Mädchen vergeben werden, zumindest mit jedem zweiten soll dies geschehen, um endlich die Gleichstellung voranzubringen.

Dieses Bestreben kann nur entschieden unterstützt werden. Zwecks Förderung von Gleichstellung und Diversity werden SPD, Linke und Grüne sicher ferner dafür sorgen, daß künftig jeder zweite Ausbildungsplatz bei Friseuren, Kosmetikern, Nageldesignern oder Kulturverwaltern an Jungen vergeben wird ? und notfalls, sollte dies unmöglich sein, unbesetzt bleibt. Nicht zu vergessen die Reservierung einer hinreichenden Anzahl an Ausbildungs- und hoffentlich auch ArbeitsplätzInnen für Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen.

Und eine Inquisition, pardon: Kommission, besetzt aus Genderforscherinnen, wird hoffentlich darüber wachen, daß kein Schwanzträger das gegen seinesgleichen verhängte teilweise Berufsverbot umgehen kann, indem er sich als geschlechtsneutral ausgibt oder gar als im falschen Körper gefangen. Dafür sollten ein paar Planstellen drin sein.

* Neuschreib (Bitte machen Sie sich selbst kundig, welche wissenschaftlich unanfechtbare Version diese Woche gilt.)

Blüten am Wegesrand (34)

Dienstag, 18. Oktober 2016

Als der U-Bahnhof Blaschkoallee 1963 eröffnet wurde, waren seine Hintergleiswände bis auf die Sockelzone mit weißen Keramikriemchen gefliest. Dennoch prangte der Stationsname, wie es damals bei Neubauten der West-Berliner U-Bahn Usus war, nicht direkt auf dieser Wandverkleidung, sondern auf cremefarbenen Schildern. Andernfalls hätten auch die Fugen zwischen den Riemchen die Lesbarkeit beeinträchtigen können, und darauf, diese sicherzustellen, legte man damals viel Wert.

Bei der jüngsten Neugestaltung der Station demonstrierte die BVG (wieder einmal), daß sie solch funktionalistisches Denken mittlerweile glücklich hinter sich gelassen hat.

Die BVG liebt Sie: Hier ermöglicht sie Ihnen, Ihre Sehkraft zu testen.

Endlich Schluß mit Furcht und Elend der Berliner S-Bahn

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Haben Sie auch schon oft gedacht, wie dunkel es doch in den Berliner S-Bahn-Wagen ist? Haben Sie unter der enormen Lautstärke gelitten, mit welcher sich die Züge (wenn sie denn fahren) durch die Stadt bewegen? Und sich in ihnen häufig unsicher gefühlt?

Dann hat die Berliner S-Bahn ? die den Hauptstädtern und ihren Gästen ansonsten in den letzten Jahren kaum nennenswert Kummer bereitet hat ? etwas für Sie: Ganz dufte neue Züge. Anläßlich der Präsentation eines begehbaren Modells in Originalgröße wußte beispielsweise der RBB dieser Tage zu vermelden: ?Die neuen Züge sollen leiser, heller und ? dank mehr Videokameras ? auch sicherer sein.?

Das mit den Kameras ist besonders wichtig. Denn schon heute kommt es in den (noch weitgehend kameralosen) Zügen und auf den Stationen der Berliner S-Bahn zu deutlich weniger schweren Zwischenfällen als bei der U-Bahn, wo inzwischen alles vom Großen Bruder beaügt wird. Demzufolge dürftte die S-Bahn nahezu kriminalitätsfrei sein, wenn auch dort erst einmal die totale Überwachung eingeführt worden ist.

Außerdem wird das Äußere der neuen Züge endlich nicht mehr das Auge beleidigen. Denn natürlich wird die Frontpartie so aussehen, als habe man sie mit einem geraden Schnitt abgesäbelt. Daß die Züge damit kein Gesicht mehr besitzen, sondern nur noch eine Art Schaufensterscheibe über zwei klobigen Puffern, hat natürlich rein gar nichts damit zu tun, daß dies eben gerade der derzeitigen Designermode entspricht. Vielmehr ist es, wie ebenfalls vom RBB zu hören, ?gefälliger und moderner als bisher?. Und, so möchte man hinzufügen, einfach gut und richtig.

Vor gut vierzig Jahren, als das zumindest nationale Vorbild einer solchen Wagengestaltung bei der Hamburger S-Bahn herauskam (die Baureihe 472/473), wurde es noch als ?Kommißbrot? verspottet. Aber in jener unseligen Zeit bestand Journalismus ja auch noch nicht vornehmlich daraus, einfach alles nachzuplappern, was in einer Pressemitteilung steht.

Montag, 3. Oktober 2016

Modernes Management