Archiv für Oktober 2015

Blüten am Wegesrand (27)

Montag, 19. Oktober 2015

Stations- und Zielschilder sowie andere Hinweise sollten gut lesbar sein. Manche verfallen dabei auf die Idee, helle Schrift auf einen dunklen Hintergrund zu setzen. Bei der BVG weiß man es besser. Wie sehr, kann man insbesondere in der Bahnsteighalle des U-Bahnhofs Mehringdamm bewundern, die in den letzten Jahren vollständig neu verkleidet wurde:

Wer auf einen guten Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund achtet, ...

... erhöht deutlich ...

... die Lesbarkeit.

Keine Verkehrsbehinderungen auf der Ost-West-Achse (Berlin hat derzeit auch nur 8000 Einwohner)

Sonntag, 18. Oktober 2015

Auf Großes wurden die Zielobjekte der unabhängigen, stets objektiv und sachlich informierenden Medien im Laufe des Samstags vorbereitet: ?Die Berliner Bevölkerung setzt ein Zeichen!? Und zwar wie? Überraschenderweise mal wieder in Form einer Lichterkette. Die unterstützt wurde von ? noch überraschender ? ?einem breiten Bündnis?.

Nach ausgiebiger Bewerbung durch die Massenmedien strömten die Massen dann auch an diesem frischen, aber trockenen Samstagabend an die ?Ost-West-Achse?, wie der quer durch Berlin führende Straßenzug ungerührt genannt wurde. Wer diese Bezeichnung einst erdacht hatte? Meine Güte, wozu muß man auch noch Ahnung haben, wenn man nur zu allem eine Meinung hat?

Statt der erwarteten 25.000 bis 30.000 Teilnehmer kamen nicht 20.000, nicht 10.000, sondern nach Polizeiangaben sogar rund 8000. Und diese hätten sich, wie man aus genannten Medien erfuhr, am Alexanderplatz, am Brandenburger Tor, am Großen Stern sowie am Ernst-Reuter-Platz geballt, derweil die Kette an anderen, weniger prominenten Stellen der Stadt doch deutliche Lücken aufgewiesen habe.

Klar: Wenn man zu Weihnachten mal in die Kirche geht (?Schatz, was waren wir noch mal, bevor wir ausgetreten sind??), soll das ja auch eine schöne Kirche sein. Also keine aus Beton. Ih, bäh.

Außerdem hätten viele Teilnehmer auch Bilder getwittert, die eine geschlossene Kette zeigen. Was auf hohe Medienkompetenz schließen läßt: Man könnte zum Beispiel auch zwanzig Mitglieder eines breiten Bündnisses zusammentrommeln, abphotographieren und dann erzählen, daß diese Teil einer viel umfangreicher besuchten Veranstaltung waren.

Wichtig ist doch nur, daß ein Zeichen gesetzt wird. In diesem Falle von der Berliner Bevölkerung. Und eine wichtige Information erhielt man am Samstagabend ja auch noch: Die Berliner Bevölkerung umfaßt gar nicht rund 3,5 Millionen Menschen, sondern 8000.

Kinder in den Anhänger!

Dienstag, 6. Oktober 2015

Nach neuesten neuzeitlichen Forschungsergebnissen, die nicht nur amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, stirbt nicht nur jeder Mensch, der einmal geraucht hat, sondern mindestens genauso sicher auch jeder, der einmal Tabakrauch eingeatmet hat. Angesichts solcher alarmierender (und schockierender) Erkenntnisse besteht mal wieder dringender Handlungsbedarf. Als nächstes verboten werden muß das Rauchen daher in geschlossenen Autos, wenn sich siebzehnjährige Kinder oder andere Minderjährige in diesen aufhalten ? und zwar strikt, absolut und total. Nicht umerziehbare Nikotinsüchtige dürfen ihren Nachwuchs daher nur noch im offenen Wagen transportieren, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter, wahlweise in einem Anhänger, wo die Kinder ebenfalls vor der akuten Bedrohung ihres Lebens geschützt wären.

Rauchfreie Kreuzung

P.S.: Neueste Nachricht: Engagierte Nichtraucher-, Jugend-, Umwelt- und Universumschützer weisen darauf hin, daß das Verbot des Rauchens in geschlossenen Autos, in denen sich Minderjährige aufhalten, unzureichend ist, da es nicht auch Autos umfaßt, in denen sich Minderjährige aufhalten könnten oder irgendwann einmal aufgehalten haben. Offenkundig handelt es sich dieser völlig unzulänglichen Maßnahme also um ein weiteres Machwerk der teuflischen Tabakindustrie, welche von ihrer Weltverschwörungszentrale aus die Politik diktiert und zum Ziel hat, die gesamte Menschheit zu vernichten. J?accuse! Die Verantwortlichen des ungenügenden Verbots sind nicht nur Feinde der Tugend, sondern auch der Gesundheit. Herbei mit der Guillotine!