Archiv für August 2015

Busway to heaven

Montag, 31. August 2015

Ein großer Erfolg war die Lange Nacht der Religionen, welche am Samstag in Berlin begangen wurden: Insgesamt wurden laut Veranstaltern ?an die? 10.000 Besucher in den über 90 geöffneten Gotteshäusern gezählt. Also im Schnitt pro Veranstaltungsort mehr als 100 Besucher. In einer Dreieinhalb-Millionen-Stadt. Nach intensiver Bewerbung unter anderem durch die vielgesehene Abendschau des RBB.

Ein beeindruckender Erfolg.

(Was hat das mit Verkehr zu tun? Nun, wenn die enormen Besucherzahlen nicht ganz so enorm sein sollten wie bei der Langen Nacht der Museen, der Langen Nacht der Wissenschaft oder der Langen Nacht der langen Nacht, dann liegt dies womöglich daran, daß es keine Sonderbuslinien gibt, die zwischen den Kultstätten verkehren. Gäbe es sie, könnte man möglicherweise an die 11.000 Besucher zählen.)

Endlich: Mehr Sicherheit im Bahnverkehr!

Sonntag, 30. August 2015

Dank entschiedenen Durchgreifens werden unsere Politiker das Bahnreisen bald wieder sicher gemacht haben.

Und nach dem nächsten Vorfall wird so dann auch bei U-, S- und Straßenbahnen verfahren.

Die Welt von morgen

Montag, 24. August 2015

Aus dem RBB-Videotext kann man erfahren: ?Metropolen wie Berlin müssen mit Blick auf die Zukunft vor allem eines verbessern: den Verkehr. Dass der nicht mehr mit Diesel und Benzin betrieben sein wird, steht fest.?

Wer könnte dem widersprechen? Der Verbrennungsmotor ist eindeutig ein Auslaufmodell. Für die Elektrifizierung des Busverkehrs (ohne Oberleitung, denn die ist pfui, bäh ? so man als Qualitätsjournalist überhaupt schon mal von etwas so Absonderlichem wie einem Oberleitungsbus gehört hat), aber auch des motorisierten Individualverkehrs muß jetzt nur noch die Frage nach der Energiezufuhr geklärt werden: Man braucht also Batterien, die schnell aufladbar, leistungsfähig, verläßlich (auch bei jedem Wetter), haltbar und nicht zuletzt so leicht sind, daß nicht ein großer Teil der Fahrenergie dafür aufgewendet werden muß, die Akkus durch die Gegend zu kutschieren. Was bisher den Betrieb mit Batterien deutlich unwirtschaftlicher macht als jenen mit einem Verbrennungsmotor.

Es gilt also nur noch, einige wenige, kleine Probleme zu lösen, an deren Lösung seit zirka 120 Jahren erfolglos gearbeitet wird.

Auf keinen Fall darf man solche Blicke in die Zukunft unterschätzen: Ohne derartige Produkte von Wissenschaftlern und Journalisten, die vor dreißig, vierzig, fünfzig oder sechzig Jahren verfertigt wurden, hätten wir heute weniger, worüber wir lachen können.

Berliner Tempo 2015

Sonntag, 23. August 2015

Montag, 17.05 Uhr: Auf dem S-Bahnhof Innsbrucker Platz warten schon recht viele Menschen. Per Durchsage wird verkündet: ?Der Zug Richtung Bundesplatz, planmäßige Abfahrtszeit 17.09 Uhr, verspätet sich um wenige Minuten.?
17.08 Uhr: Der Gegenzug auf der momentan wegen Bauarbeiten nur eingleisigen Strecke trifft auf der Station ein.
17.12 Uhr: Per Durchsage wird verkündet: ?Der Zug Richtung Bundesplatz, planmäßige Abfahrtszeit 17.09 Uhr, verspätet sich um wenige Minuten.?
17.15 Uhr: Nichts geschieht.
17.20 Uhr: Kein Zug in Sicht.
17.24 Uhr: Es ist festzustellen, daß nach Definition der Deutschen Bahn AG (bzw. irgendeiner ihrer zahlreichen Töchter) fünfzehn Minuten wenig sind.
17.25 Uhr: Der 17.09-Uhr-Zug trifft ein. Donnerwetter: Nur zwanzig Minuten Wartezeit im nachmittäglichen Berufsverkehr in der Berliner Innenstadt auf einer der am stärksten frequentierten Schnellbahnstrecken! Und zwar nicht nur in diese Richtung, sondern auch in die entgegengesetzte, denn Bundesplatz wird der Zug am Bahnsteig ?Kopf machen? und ? angesichts der vielen Ein- und Aussteigenden ? frühestens gegen 17.32 Uhr wieder Innsbrucker Platz eintreffen. Also 24 Minuten nach dem vorangegangenen Zug Richtung Osten. Berliner Tempo, pulsierender Großstadtverkehr. Bei der Berliner S-Bahn 2015.

Blüten am Wegesrand (26)

Sonntag, 16. August 2015

Auf diesem Bild befindet sich Denkmalpflege. Versuchen Sie sie zu finden.

Denkmalpflege am Südkreuz

Supersommer

Dienstag, 11. August 2015

Liegengebliebene Züge, verbogene Schienen, durch Niedrigwasser ausgebremste oder ganz lahmgelegte Schiffahrt: Superferienwetter!

Gesundheitsschäden durch hohe Ozonwerte, umkippende Gewässer, Badeunfalle: Traumwetter!

Tausende Hitzetote, schwere Straßenschäden, Waldbrände, Unwetter, Ernteausfälle: Ein Jahrhundertsommer!

Und wann wird endlich der nächste Hitzerekord geknackt? Hoffentlich bald. Qualitätsjournalisten können es kaum erwarten, dann in ein begeistertes Jubelgeschrei auszubrechen, als hätten sie persönlich einen erklecklichen Anteil zur Klimakatas-, pardon: dem Klimawandel beigetragen.

Schockierende Verleumdung unseres Bundesverkehrsministers

Montag, 3. August 2015

Ein schockierender Vorgang ist anzuzeigen: Unser Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wurde von gewissenloser Journaille auf das Übelste verleumdet. Die Forderung, auch für Fernbusse eine Fernstraßenmaut zu erheben und sie damit an den Kosten für die Abnutzung der Verkehrswege zu beteiligen, habe unser Bundesverkehrsminister nicht nur abgelehnt, so wurde vermeldet. Zu dem Argument, den Fernbusbetreibern solle kein ungerechtfertigter Wettbewerbsvorteil gegenüber der Bahn gewährt werden, habe Herr Dobrindt erklärt, dann solle die Deutsche Bahn AG doch selbst ein Fernbusunternehmen gründen.

Es ist ungeheuerlich, derlei zu verbreiten. Denn indem so getan wird, als wisse unser Bundesverkehrsminister nicht, daß die Deutsche Bahn AG ? welche als zu hundert Prozent in Bundesbesitz befindliches Verkehrsunternehmen zu seinem Zuständigkeitsbereich zählt ? seit langem Fernbusse betreibt, wird der Eindruck erweckt, als wäre Alexander Dobrindt ein völlig inkompetenter Dampfplauderer, der von dem Fachgebiet, das er verwaltet, nicht einmal oberflächlich Ahnung hat, eine komplette Fehlbesetzung auf seinem Posten ist und diesen ohnehin nur parteitaktischen Überlegungen, Proporzdenken und Postengeschacher verdankt.

Ungeheuerlich.