Archiv für Juni 2015

Mädchenprobleme

Montag, 29. Juni 2015

In Nordrhein-Westfalen ist eine Frau zu einer Geldstrafe in Höhe von zweihundert Euro verurteilt worden, weil sie im Zuge einer Verkehrskontrolle in Richtung eines Polizisten ?Du Mädchen? gesagt haben soll.

Daran sind drei Dinge bemerkenswert:
1. Wer, nachdem er ?Mädchen? genannt worden ist, die Justiz zu Hilfe ruft, damit derjenige, der ihn ?Mädchen? genannt hat, strafrechtlich belangt wird, ist ganz bestimmt kein Mädchen.
2. Es ist beleidigend, sogar strafrechtlich relevant, als ?Mädchen? bezeichnet zu werden.
3. Polizei und Justiz in NRW setzen angesichts vermutlich starker Arbeitsbelastung die richtigen Prioritäten bei der Frage, womit sie sich beschäftigen sollten.

P.S.: Fällt die Strafe geringer aus, wenn es heißt ?kleines Mädchen? und größer, wenn es heißt ?Frau??

Gestern am Kupfergraben

Montag, 22. Juni 2015

(Vor-) Abendstimmung

Deutschlands ältester Straßenbahnbetrieb am Tag vor dem Beginn des 151. Jahrs seines Bestehens an Deutschlands ältester noch in Betrieb befindlicher Straßenbahnendhaltestelle (eröffnet am 28. August 1865).

Die Schlacht vom Wasserklo

Donnerstag, 18. Juni 2015

Anläßlich eines medial weitgehend ignorierten Jubiläums geht heute ein besonders herzlicher Gruß an all jene, die wissen, daß ein Name wie ?Belle-Alliance-Straße?, den einst sogar ein Berliner U-Bahnhof trug, aber sowas von revanchistisch ist und deshalb gleich nach 1945 vom Berliner Stadtbild getilgt werden mußte. Zumal er überhaupt nichts zu tun hatte mit den benachbarten Straßen, die nach Großbeeren, Möckern, Hagelberg, Katzbach, Blücher, Gneisenau oder Yorck von Wartenburg benannt sind.

Keine Beziehung besteht auch zum nahen Waterlooufer, welches seinen Namen entweder einem Londoner Bahnhof oder einem lustigen Liedchen verdankt oder aber ? von jedem Experten üblicherweise englisch ausgesprochen ? einer besonders hilfreichen Erfindung, die jedem Menschen in hygienisch einwandfreier Weise zur Verfügung stehen sollte.

Blüten am Wegesrand (24)

Donnerstag, 18. Juni 2015

Bei der BVG ist man seit einigen Jahren der Meinung, möglichst jeder U-Bahnhof müßte einen Beitrag zur Heimatkunde leisten.

In diesem Bestreben möchte nun auch die Deutsche Bahn AG nicht zurückstehen und hat einige Werbeflächen des S-Bahnhofs Potsdamer Platz mit Photographien aus der Zeit zwischen den Weltkriegen versehen.

So erfährt man dort etwa, daß auf dem Potsdamer Bahnhof Vorortzüge in der Haupthalle verkehrten, nicht nur auf den beiden Flügelstationen Potsdamer Wannseebahnhof und Potsdamer Ringbahnhof:

Vier Gleise auch für Vorortzüge

Und hier sieht man, der Bildlegende zufolge, Reisezüge:

Wie Se sehen, sehen Se ...

(Nichts) Neues von den gemeingefährlichen Bestrebungen der Linkspartei

Montag, 15. Juni 2015

Ende Mai schäumte schon die Abendschau, vergangene Woche mußte das Magazin ?Klartext? des gleichen Senders noch einmal nachlegen: Die Partei ?Die Linke? hatte auf ihrem jüngsten Berliner Landesparteitag die Forderung nach einer Pauschale beschlossen, die von allen Berlinern erhoben werden sollte, die dafür alle eine Monatskarte für die Busse und Bahnen der Hauptstadt erhalten würden.

Zahlreiche Interviewpartner bestätigten dem Reporter seine immer wieder unmißverständlich vorgetragene Meinung: Das ist ein einziger Unfug, nicht durchdacht, unrealistisch, unsozial obendrein.

Am eindrucksvollsten war die Ausführung des Juristen Prof. Christian Waldhoff von der Humboldt-Universität zu Berlin, der ? so erläuterte der Qualitätsjournalist ? in dem Bestreben der ?Linken? einen ?unzulässigen Eingriff in die verfassungsmäßig garantierten Grundrechte? erkannte: ?Weil alle, egal, ob sie den Nahverkehr nutzen oder nicht, gezwungen sind, zu bezahlen, und alle bezahlen gleich viel, egal, wieviel sie benutzen, ob sie benutzen oder nicht benutzen, und es zahlen alle gleich viel, egal ob sie große Einkommen haben, reich oder arm sind.?

Ein Glück bloß, daß der RBB bekanntlich ? wie der gesamte öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland ? auf völlig andere Weise finanziert wird.