Archiv für September 2013

Fäuste frei!

Donnerstag, 19. September 2013

Wehrt Euch! Die Raucher sind unser Unglück!

Sie wollten schon immer mal jemanden tätlich angreifen? Sie können Ihre Aggressivität nur schwer zügeln? Schlagen Sie womöglich gern zu, weil Sie grundsätzlich cholerisch sind oder gerade Ihre Tage haben, fürchten sich aber vor den strafrechtlichen Konsequenzen, die es nach sich ziehen könnte, wenn Sie sich nicht unter Kontrolle haben?

Alles kein Problem mehr!

Suchen Sie sich einfach auf einem Berliner U-Bahnhof jemanden, der dort raucht ? was erfahrungsgemäß kein großes Problem darstellen dürfte. Nähern Sie sich ihm so weit wie möglich. Sobald Sie meinen, daß der Rauch Ihre Nase erreicht haben könnte, werden Sie tätlich.

Alles was Sie jetzt noch brauchen, ist der richtige Amtsrichter.

Und nicht vergessen: Nach Ihrem Freispruch, der Ihnen bescheinigt, nur Notwehr gegen heimtückische, geradezu gemeingefährliche Körperverletzung angewendet zu haben, sollten Sie Ihr Opfer noch auf Schadensersatz verklagen!

P.S.: Nicht vergessen: Heute ist Veggie Day (für die älteren: Eintopfdonnerstag), an dem Sie freiwillig auf Fleisch verzichten müssen.

Blüten am Wegesrand (13)

Dienstag, 17. September 2013

Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Wenn man im Tuschkasten alle verfügbaren Farben zusammenrührte, dann kam ? nein, nicht farbenlehregerecht braun heraus, sondern ein undefinierbares, aber recht widerlich wirkendes Blaugrüngrau.

Derlei Erinnerungen an selige Schultage erweckt seit geraumer Zeit die BVG, indem sie das Bahnsteighäuschen auf dem U-Bahnhof Kurfürstenstraße in genau dieser Farbe streichen ließ.

Ursprünglich war es ? aus den siebziger Jahren stammend, wie die vielen Rundungen verraten ? in Dunkelblau und Orange gehalten gewesen (man liebte ja damals Komplementärkontraste). Heute hebt es in seiner neuen Farbgebung die Stimmung. Und sicher auch das Ambiente.

EIn Traum in Blaugrüngrau

Schnell! Iß auf! Wir kommen nach Köln!

Dienstag, 3. September 2013

Niemand hat die Absicht, Sie zu bevormunden!

Gibt es sie eigentlich noch? Die Aufkleber in jenen Stadtbahnwägelchen, die zwischen Köln und Bonn verkehren, mit Hinweisen auf das Verzehrverbot im Kölner Stadtgebiet?

Man kann sich vorstellen, welche Szenen sich in den Zügen abspielen: Kinder, die hungrig schreien und verzweifelt darauf warten, daß endlich die Stadtgrenze überfahren worden ist. Und umgekehrt Menschen, die schnell noch den Rest ihrer Wegzehrung in sich hineinstopfen, bevor der Zug Köln entert. Wobei es eine von Juristen zu klärende Frage darstellt, ob nur das Abbeißen oder auch das Kauen und Schlucken in Stadtbahnwägelchen auf Kölner Stadtgebiet unzulässig ist und der zu erziehende Untertan die Speise herunterwürgen muß, bevor dieses erreicht wird (ausspucken verbietet sich ja von selbst).

Im Bemühen um die Förderung der Tugendhaftigkeit der BürgerInnen und allgemeine Wohlfahrt werden die Menschen und Menschinnen in der Domstadt seit vorgestern mit weiteren Verhaltensvorschriften und Benimmregeln beglückt: In Köln, so wurde stolz verkündet, gilt nun nicht nur ein Alkoholverbot in den Zügen (und Züginnen), sondern auch auf den unterirdischen Stationen.

Fraglos auf vielfachen Wunsch von Fahrgästen und Fahrgästinnen. Und nur zu Ihrem Besten.

Weshalb es lediglich eine Frage der Zeit sein DARF, bis der Alkoholkonsum auch im Umkreis von U-Bahnhöfen verboten wird. Die Wohnungen eingeschlossen. Morgen in Köln und übermorgen in der ganzen Welt.

Das glauben Sie nicht?

Keine Sorge. Irgendjemand wird sich schon belästigt fühlen und ein Amtsgericht dringend in die überregionalen Medien wollen.

Es fährt ein Zug nach Irgendwo

Sonntag, 1. September 2013

Gerade hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg seine Website neu gestaltet. Bei den Verkehrsmeldungen stehen natürlich immer automatisch jene für den Straßenverkehr ganz vorn, aber mit einem Klick gelangt man auch zu einer Übersicht von Störungen des ÖPNV, mit einem zweiten Klick sogar zu einer detaillierten.

Dort liest man dann etwa:

U-Bahn
Die Linie U3 fährt nicht zwischen den U-Bhfn. Nollendorf- und Fehrbelliner Platz, dafür aber Busse zwischen Wittenberg- und Fehrbelliner, sowie die Züge der U1 und U2 zwischen Nollendorf- und Wittenbergplatz (11.10., 3:30 Uhr).

Womöglich wäre es nicht ganz unwichtig gewesen, zu erwähnen, daß die Sperrung nur zwischen zirka 22 Uhr und Betriebsschluß besteht, und dies auch nur sonntags bis donnerstags. Aber es ist natürlich eine beruhigende Mitteilung, daß die Züge der U1 und U2 zwischen Nollendorf- und Wittenbergplatz fährt ? zumindest am 11.10. um 3:30 Uhr.

Anders bei der

Straßenbahn
Bis 2.9. fahren für die Linie 12 zwischen Prenzlauer Allee/Ostseestraße und U-Bhf. Eberswalder Straße Busse.

Und die 12 endet dann am U-Bahnhof Eberswalder Straße und an der Ecke Prenzlauer Allee/Ostseestraße? Von letzterer verkehren die Züge nicht zufällig zur Björnsonstraße, an der Schönhauser Allee die M 1 kreuzend, mit der man ebenfalls zum genannten U-Bahnhof gelangt?

Und wie ist das eigentlich mit dem

Bus Kreuzberg
In der Adalbertstraße werden die Linien 140 und N8 b.a.W. umgeleitet.

Ab wo nach wo? Oder meiden die genannten Linien die gesamte Adalbertstraße? In beiden Richtungen?

Egal. Wer genaue und damit brauchbare Informationen über abweichende Verkehrsführungen erhalten möchte, guckt besser auf die Websites von BVG und S-Bahn. Wer dagegen Spaß haben will, schaut beim RBB vorbei, wo die entsprechenden Angaben sicher nicht von der Praktikantin geschrieben werden. Bestimmt nicht.