Archiv für Februar 2013

Stetiges Wachstum im Berliner Nahverkehr

Sonntag, 24. Februar 2013

Die letzte Tariferhöhung beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erfolgte am 1. August 2012. Da dies nun schon mehr als ein halbes Jahr her ist, wird es höchste Zeit, die nächste Tariferhöhung anzukündigen: zum 1. Juli 2013.

Schließlich ist insbesondere die Qualität des hauptstädtischen ÖPNV legendär und mittlerweile bundesweit bekannt.

Aus unerfindlichen Gründen fiel mir dabei der folgende Cartoon ein, den ich hier wieder einmal präsentieren möchte – immerhin liegt seine letzte Veröffentlichung in diesem Blog bereits deutlich länger zurück als die letzte VBB-Tariferhöhung:

Vandalismus
Cartoon größer, besser ansehen? Anklicken!

Aktuelle Kamera

Samstag, 23. Februar 2013

Sicherheit und Sauberkeit

In Rußland, so war dieser Woche zu lesen, habe man jetzt ein neues Anti-Tabak-Gesetz beschlossen, aber ein ganz strenges. Rauchen sei fortan beispielsweise auf Bahnhöfen verboten. Und zwar ? in diesem Zusammenhang völlig überraschenderweise ? strikt, absolut und total.

Da atmet man nicht bloß durch, sondern auf: Nicht nur eines der dringendsten Probleme der Russen wäre durch diese mutige Maßnahme einer ebenso weisen wie entschlossenen Staatsführung gelöst, sondern auch eines der dringendsten Drogenprobleme dieses stolzen Landes. Jeder weiß, wie reibungslos, unbestechlich und effizient das Wirken des russischen Staatsapparates ist. Und gerade in der Bekämpfung von Sucht- und Rauschmitteln hat man ja in Rußland in den letzten Jahrzehnten besonders beeindruckende Erfolge erzielt.

Blüten am Wegesrand (11)

Montag, 18. Februar 2013

Sehr mittelalterlich

Ob Backsteinmäuerchen, ob irgendein historischer Anschein – Drahtsitze müssen sein!

Jedenfalls bei der BVG.

Und so hat die pflegeleichte, vandalismusresistente Einheitsbestuhlung, die jedem Kindergarten oder Jugendfreizeitheim angemessen wäre, mittlerweile auch auf dem jüngsten Abschnitt der U 7 Einzug gehalten. Heute mag es vermutlich kaum jemand mehr glauben, aber: Diese 1984 eröffneten Stationen von Paulsternstraße bis Rathaus Spandau galten tatsächlich einmal als besondere Perlen der U-Bahn-Architektur – zumindest in West-Berlin und der dortigen Boulevardpresse.

Um zu unterstreichen, wie nobel und generell geschmacklich anspruchsvoll es in diesen Hallen zuging, erhielten sie nicht nur güldene Abfalleimer. Die Plastikschalensitze waren hier auch nicht, wie auf den in den Vorjahren eröffneten U-Bahnhöfen, rot, sondern schwarz.

Auf der Station Zitadelle faßte man sie zu ungewöhnlich kleinen Gruppen zusammen und umgab diese mit einem Backsteinmäuerchen. Schließlich nahm die Innenarchitektur Bezug auf die Namensgeberin des U-Bahnhofs, weshalb es in selbigem irgendwie mittelalterlich aussehen sollte. Eine naheliegende Gestaltungsidee für einen U-Bahnhof, und besonders gut fügten sich in das davon ausgehend geschaffene Bild natürlich Kunststoffsitze.

Mit der gleichen Konsequenz, mit der diese Einheitsmöblierung einst vorgenommen worden war, tauschte die BVG sie vor einiger Zeit gegen das neue Nonplusultra der Bahnsteigsitzgelegenheiten aus. Dabei blieben auf der Station Zitadelle die Mäuerchen gleichwohl erhalten. Und ganz sicher wird sich in den nun offen liegenden Flächen unter und hinter den neuen Drahtsitzen nicht der Schmutz ansammeln, denn ganz bestimmt werden die generös entlohnten Reinigungskräfte an diesen nur ein ganz klein wenig schwierig zu erreichenden Stellen besonders oft, sorgfältig und ausgiebig putzen.

Sehr pflegeleicht

Ein Manipulatiönchen in Ehren …

Samstag, 9. Februar 2013

Wir kennen eine Bundesbildungsministerin, der ihre einstige Alma mater vorwirft, sich den Doktorgrad erschlichen zu haben und ihn ihr deshalb aberkennt.

Da ist natürlich ein Justizminister, der mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut am Steuer seines Dienstwagens erwischt wird, keine große Meldung mehr. Auch nicht, wenn dieser Justizminister seine Alkoholfahrt mit der originellen Begründung rechtfertigt, er habe sich gar nicht angetrunken gefühlt, sondern noch voll fahrtüchtig. Und schon gar nicht, wenn dieser Justizminister in der Vergangenheit mit der Forderung aufgefallen ist, man sollte den bei Fahrzeuglenkern zulässigen Alkoholgehalt im Blut von unverantwortlich hohen 0,5 Promille weiter absenken auf 0,3 Promille (eine Forderung, die er mit einem öffentlichkeitswirksamen Selbstversuch untermauerte). Und daß dieser Justizminister, der mitsamt seiner Regierung gerade abgewählt worden ist, nun Landtagspräsident werden möchte, spielt natürlich auch keine Rolle.

Unsere freien, unabhängigen Medien haben denn auch frei und unabhängig gehandelt ? und über den Fall nur ganz am Rande berichtet (ZDF) oder auch gar nicht (ARD außerhalb Niedersachsens). Es gab ja auch so viele andere, ungemein wichtige Themen. Zum Beispiel ob der neue EU-Haushalt beschlossen oder andernfalls die EU aufgelöst wird. Wer über irgendeinen roten Teppich läuft. Und in Kürze sicher auch wieder, wie arg der Alkoholmißbrauch um sich greift bei Kindern (unter dreißig Jahren).

Jetzt mit Friseusenverhinderungsfunktion!

Samstag, 2. Februar 2013

Sie kennen das: Nichts ist schmackhafter als rohes Obst und Gemüse. Keinen größeren Gaumenschmaus gibt es, als ungekochte Möhren, Selleriestangen oder Paprikastreifen zu nagen. Kaum ein Gericht kann konkurrieren mit einem ? möglichst fettfrei angemachten ? Rohkostsalat. Gemüse bildet den Höhepunkt jeder Mahlzeit. Doch aus unerfindlichen Gründen ? sicher im Zuge einer gigantischen Verschwörung, hier der teuflischen Nahrungsmittelindustrie ? greift man dann doch zu Süßem, Fettem, Fleischigem.

Oder das natürliche Bedürfnis nach Bewegung: Eigentlich möchten alle Menschen am liebsten rund um die Uhr Sport treiben, jeden Tag. Dies ist ihnen ein naturgegebenes Bedürfnis. Woran man sie nur oft genug zu erinnern braucht, dann verbringen sie ihre Zeit nicht lieber vorm Fernsehapparat, am Computer oder im Auto.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Berufswünschen von Mädchen: Eigentlich wollen die allermeisten weiblichen Heranwachsenden Mechanikerinnen zu werden. Keinen größeren Traum gibt es für sie, als sich tagtäglich die Hände mit Motoröl und Schmutz zu beschmieren und die Fingernägel zu lädieren. Allenfalls das Bauen von Brücken, Konstruieren von Fahrzeugen oder das Schmieden, Schreinern, Feilen können in der Gunst weiblicher Teenager noch mit dem Schrauben, Schweißen, Hämmern mithalten. Doch ach ? diabolische Ränke führen dazu, daß aus den meisten Mädchen keine Mechanikerinnen, Ingenieurinnen oder wenigstens Vorstandsvorsitzende werden, sondern Bürokräfte, Verkäuferinnen oder gar Nageldesignerinnen und Friseusen.

Doch damit ist jetzt Schluß! Wozu auch die BVG, wie viele andere Unternehmen, pflichtschuldig ihr Scherflein beiträgt: Am Girl?s Day können zweifellos verzweifelte Halbwüchsige des rechten Geschlechts erfahren, daß es für sie Hoffnung gibt ? es ist ihnen möglich, einen Beruf zu ergreifen, bei welchem sie sich um das Aussehen ihrer Fingernägel keine Sorgen mehr zu machen brauchen. Und auch die elektronischen Anzeigetafeln der BVG beweisen, wie wichtig sie sind: Sie zeigen zwar nur wenig an (und nur wenig Richtiges). Aber sie weisen Mädchen per Laufschrift darauf hin: Komm zu uns, hier kannst Du werden, wovon Du schon immer geträumt hast ? wie die meisten Deiner Geschlechtsgenossinnen, denen es nur an solcherlei Aufklärung gebrach. Ja, die dynamischen Anzeigetafeln besitzen sie: die Friseusenverhinderungsfunktion.