Archiv für Dezember 2012

Philipp Rösler hat so recht

Freitag, 28. Dezember 2012

nrc16_web

nrc_48-web

Rechenaufgabe

Freitag, 21. Dezember 2012

Umfassendes Sicherheitskonzept

Wieviele Taschen mit irgendwas, von dem die Polizei auch nach Tagen noch nicht so genau sagen kann, ob es hätte explodieren können, das aber in jedem Falle unheimlich bedrohlich ist, müssen noch mit großem Bohai gefunden werden, damit eine überwältigende Mehrheit unserer Menschen dafür plädiert, auch in ihren Wohnungen Überwachungskameras aufstellen und sich Überwachungschips einpflanzen zu lassen?

BVG oder nee

Mittwoch, 19. Dezember 2012

In Berlin hat ein 16jähriger Kevin ? pardon: ein 16jähriger BVG-Praktikant namens Kevin seine Zugangsberechtigung zu einem Betriebshof genutzt, um einen Linienbus zu entwenden. Als ihn die Polizei dabei ertappte, versuchte er durch enge Nebenstraßen zu fliehen ? mit dem Bus, wodurch manch Schaden entstand.

Natürlich ist dies unschön und inakzeptabel. Doch sollte nicht die BVG zugleich erfreut sein über soviel Enthusiasmus eines Heranwachsenden für ihren Betrieb? Jemand, der so versessen darauf ist, einen Linienbus zu steuern ? der wird womöglich sogar auch die den Buslenkern anvertraute Fahrkartenkontrolle bei den Zusteigenden ernsthaft betreiben. Selbst abends oder bei großem Andrang.

Nein, die Berliner Qualitätsmedien wissen: An diesem Vorkommnis ist nichts Gutes zu entdecken. Jener Kevin wird die nächste Zeit damit beschäftigt sein, die von ihm verursachten Kosten zu begleichen. Und zwar nicht am Steuer eines Busses. So jemanden könne sie wohl kaum dort hinsetzen, auch nicht nach Erreichen der Volljährigkeit, tönte es seitens der BVG zur vollsten Befriedigung der berichtenden Qualitätsjournalistin. Die natürlich weiß, daß die BVG das einzige Unternehmen ist, welches in Berlin Busse betreibt, erst recht Buslinien, und auch keine einzige ihrer Buslinien von fremden Unternehmen bedienen läßt.

Wunder des Alltags (13)

Dienstag, 18. Dezember 2012

Als südliche Endstation der U 9 ist der U-Bahnhof Rathaus Steglitz ein wichtiger Umsteigepunkt für den Verkehr Richtung Lankwitz, Marienfelde, Lichterfelde und Zehlendorf. Seit der Busbahnhof im Kreisel nur noch von wenigen, eher weniger bedeutenden Linien genutzt wird, steigen die meisten Fahrgäste, die weiter in Richtung Süden wollen, an zwei Haltestellen in die Busse: Der direkt am Hermann-Ehlers-Platz, an der Nordseite des Kreisels, gelegenen und jener in der Schloßstraße, vor der Schwartzschen Villa. Eingedenk dieser Tatsache läßt sich die BVG für die Sanierung des U-Bahn-Ausgangs zu der letztgenannten Haltestelle nicht besonders viel Zeit: Gerade einmal etwas mehr als ein halbes Jahr mutet sie den Fahrgästen, welche von der U 9 zu den Buslinien M 48, M 85, 186, 283 und 285 wollen, einen Umweg zu. Schneller ist so ein Treppenabriß und ?neubau natürlich nicht zu bewerkstelligen.

… schrieb ich in der zwölften Folge dieser Serie am 15. Oktober. Und tatsächlich, schneller kriegt die BVG eine so umfangreiche Aufgabe nicht erledigt. Aber langsamer:

Am 21.12. wird''s was geben!
Oktober 2012

Bei der BVG geht''s nicht so schnell
Dezember 2012

Über Kostengräber vorwärts!

Donnerstag, 13. Dezember 2012

13.12.12 ? Das Großprojekt ?Stuttgart 21? ? Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde samt Teilabriß des bisherigen Gebäudes und Bau von Zufahrtstunneln ? wird völlig überraschend teurer. Bahn-Vorstandsmitglied Kefer nannte am Mittwoch die Summe von 1,1 Milliarden Euro Mehrkosten. Bisher lag der Kostendeckel bei 4,5 Milliarden Euro. Ein Ausstieg aus dem Projekt komme jedoch nicht in Frage: Er würde mehr kosten als die Fertigstellung. ?Die Wirtschaftlichkeit des Projekts geht dadurch massiv in die Knie, wird aber nicht negativ?, sagte der Bahn-Vorstand.

Ganz sicher geht es NICHT weiter wie folgt:

13.12.13 ? Das Großprojekt ?Stuttgart 21? wird völlig überraschend teurer. Das zuständige Bahn-Vorstandsmitglied nannte die Summe von weiteren 1,2 Milliarden Euro Mehrkosten. Das Vorhaben verteuert sich damit auf 6,8 Milliarden Euro. Ein Ausstieg aus dem Projekt komme jedoch nicht in Frage: Er würde mehr kosten als die Fertigstellung. ?Die Wirtschaftlichkeit des Projekts geht dadurch massiv in die Knie, wird aber nicht negativ?, sagte der Bahn-Vorstand.

13.12.14 ? Das Großprojekt ?Stuttgart 21? wird völlig überraschend teurer. Das zuständige Bahn-Vorstandsmitglied nannte die Summe von weiteren 1,3 Milliarden Euro Mehrkosten. Das Vorhaben verteuert sich damit auf 8,1 Milliarden Euro. Ein Ausstieg aus dem Projekt komme jedoch nicht in Frage: Er würde mehr kosten als die Fertigstellung. ?Die Wirtschaftlichkeit des Projekts geht dadurch massiv in die Knie, wird aber nicht negativ?, sagte der Bahn-Vorstand.

13.12.15 ? Das Großprojekt ?Stuttgart 21? wird völlig überraschend teurer. Das zuständige Bahn-Vorstandsmitglied nannte die Summe von weiteren 1,4 Milliarden Euro Mehrkosten. Das Vorhaben verteuert sich damit auf 9,5 Milliarden Euro. Ein Ausstieg aus dem Projekt komme jedoch nicht in Frage: Er würde mehr kosten als die Fertigstellung. ?Die Wirtschaftlichkeit des Projekts geht dadurch massiv in die Knie, wird aber nicht negativ?, sagte der Bahn-Vorstand.

13.12.16 ? Das Großprojekt ?Stuttgart 21? wird völlig überraschend teurer. Das zuständige Bahn-Vorstandsmitglied nannte die Summe von weiteren zwei Milliarden Euro Mehrkosten. Das Vorhaben verteuert sich damit auf 11,5 Milliarden Euro. Ein Ausstieg aus dem Projekt komme jedoch nicht in Frage: Er würde mehr kosten als die Fertigstellung. ?Die Wirtschaftlichkeit des Projekts geht dadurch massiv in die Knie, wird aber nicht negativ?, sagte der Bahn-Vorstand.

Ach, und deutlich länger als geplant wird der Bau natürlich auch nicht dauern. Dafür spricht ebenfalls vieles: zum Beispiel der Berliner Flughafen, die Berliner Staatsoper, die Hamburger Elbphilharmonie oder der Bahntunnel durch die Leipziger Innenstadt.

Ich entging gestern einem Mordanschlag in der Berliner U-Bahn

Samstag, 1. Dezember 2012

Nichtraucherschutz

Gestern abend wurde auf mich ein Mordanschlag verübt. In der Berliner U-Bahn. Vor einem der tausend Augen der Dr. Nikutta.

Doch hellwaches Wachpersonal war glücklicherweise ? wie es im Berliner ÖPNV bekanntlich die Regel ist ? zur Stelle und bewahrte mich vor einem frühen und zugleich langsamen Tod: Ein verantwortungsloses, pflichtvergessenes, entmenschtes Subjekt, welches nur wenige Meter von mir entfernt auf dem kaum belüfteten Hochbahnhof Kottbusser Tor dem Teufel Tabak frönte, wurde in seine Schranken verwiesen.

Dank dieses entschiedenen Vorgehens der Sicherheitskräfte zur Durchsetzung eines strikten, absoluten und totalen Nichtraucherschutzes, brauche ich nun nicht am Passivrauchen zu sterben ? denn bekanntlich ist es zwar nicht möglich, wissenschaftlich einwandfrei zu ermitteln, ob erhöhte Krebsraten im Umfeld von Atomkraftwerken irgend etwas mit ebendiesen Atomkraftwerken zu tun haben könnten. Ganz exakt, bis mindestens auf die Hunderterstelle, vermag die fröhliche Wissenschaft jedoch zu errechnen, wieviele Menschen einzig und allein deshalb sterben (und zwar nicht etwa an Lungen-, sondern an Herz-Kreislauf-Erkrankungen), weil sie irgendwann einmal von anderen verströmten Tabakrauch eingeatmet haben.

Der Übeltäter auf dem Hochbahnhof wurde jedenfalls ermahnt, seine Todesdroge ? welche unseren stets objektiv und unaufgeregt berichtenden Medien zufolge im Begriff ist, die gesamte Menschheit auszurotten ? unschädlich zu machen. Er drückte den Glimmstengel des Verderbens an einem der schicken Edelstahlmülleimer aus (die, aus denen oben immer so dekorativ die Plastikmülltüten herausragen). Ob dies dem edlen, (einstmals) polierten Stahl gut tat, sei dahingestellt. Doch Opfer müssen gebracht werden. Und Vorschriften unter allen Umständen eingehalten.

Gerade in Deutschland.